KRÄUTERKURS Frühlingskräuter, 14.3.26


Gundermann


Verbindung zu Erdgeistern – Hildegard von Bingen: „...es ist die Kraft der Ewigkeit und diese     Kraft ist grün“ . Familie: Minze

Wo es ihm gefällt wächst er zu Büscheln – ansonsten wandert er endlos um die Erde.

Gegen Stoffwechselstörungen, Blasenentzündung, Bronchitis, Husten, Schwermut,     Entgiftung.

Hildegard von Bingen: „... er hat so viel Kraft, dass er im Winter grün bleibt – es ist die Kraft     der Ewigkeit und diese Kraft ist heilsam. Die Grünkraft der Rebe ist nützlich und sanft, wenn     man mit ihr in warmen Wasser badet. Der Saft heilt den Menschen innerlich.“

Gundermann hilft auch gegen  Ohrensausen ( Tinnitus) : Kraut ( getrocknet oder frisch) in     Wasser einige     Minuten leicht köcheln lassen, ausdrücken und möglichst warm in einem     Tuch auf die Ohren legen. Saft gegen Kopfweh!!!

Früher glaubte man das grundlose Abreißen würde Donner/Gewitter auslösen und wenn     man an Walpurgis einen Gundermann-Kranz trägt, könne man das kleine Volk erkennen,     insbesondere Gnome und Erdwichtel.


Klettenlabkraut


Äußerlich angewendet wird der Frischsaft des Labkrauts bei Hautproblemen. Auf die Stelle     träufeln und antrocknen lassen. ( auch mit Tee möglich!)

Die Früchte wurden früher als Gerinnungsmittel zur Käseherstellung verwendet, geröstet     ergaben sie Kaffeeersatz. Auch als Zutat zu Salat sehr gesund/gegen Frühjahrsmüdigkeit     ( Vitamin C ).

Das Klettenlabkraut klimmt wo es sich festhalten kann hoch. Es hat keine Ranken. An den     waagerechten Zweigen hat es winzige Stacheln, das erweckt den     Eindruck der Klebrigkeit.     Es kann so über einen Meter hoch „wachsen“.

Die Blätter sind schmal und stehen vom Stängel ab wie kleine Quirle.

Im Sommer hat es kleine sternförmige Blüten. Aus ihnen entstehen die Kletten, die an     Mensch und Tier haften bleiben.


Scharbockskraut

Frühlingsbote und Muntermacher – gegen den garstigen Scharbock – hilft bei Licht- und     Vitamin C-Mangel . Nur frisch essen ( nicht trocknen, sonst verliert es alle Heilkraft!), nur     vor    der Blüte genießbar!!! Wenn es blüht nicht mehr essen.

Wurzeln /wie Hämorrhoiden.

Bei großen Überschwemmungen wurden sie ausgespült und retteten z.B. in Irland ( während der Kartoffel-Fäule) viele vor dem Hungertod.

Wurzel und Kraut heilend: fördernd und kräftigend für Immunsystem, Muskeln, Verdauung,     Zahnfleisch.

Es hilft bei: Nerven- und Muskelschmerzen, fieberhaften Erkältungen, Hämorrhoiden,     Zahnfleischentzündungen, Halsschmerzen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Entzündungen des     Mund- und Rachenraumes.  Als Tinktur oder Salbe verarbeitet.


Vogelmiere

Mittel gegen juckende Haut, frisch gepressten Saft auftragen, so oft wie notwendig. Auch     gegen Krampfadern. Fein gehackt auf dem Butterbrot oder als Suppengrün in der     Gemüsesuppe, viel Vitamin C. Gut für Nieren und den Lymph-Fluss, auch für Atemwege:     löst zähen Schleim. Der Tee ist auch als Balsam für Hautekzeme wirksam!

Sternen-Frau: 5 Blütenblätter mit 10 Sternenstrahlen. Voller Vitalität: 5 – 6 Generationen     pro Jahr, 10.000 – 20.000 Samen pro Jahr, 60 Jahre keimfähig!!!


Giersch oder Geißfuß

Gärtners Schreck – vermehrt sich über Wurzelgeflecht – Dauergemüse – Giersch in Olivenöl     einlegen , in Frühlingssalat, als Auflauf, in der 9 Kräutersuppe. Hildegard von Bingen: „Er     schenkt uns etwas     von seiner unverwüstlichen Lebenskraft“– wirkt gegen das Zipperlein     ( Gicht ) . Auch gegen Rheuma, Arthrose – schmerzlindernd.

Gegen Krampfadern – heiße Bäder und Wickel – Tinktur für vornehme Blässe

Hilft auch gegen Völlerei und Ausschweifung – Merkurpflanze löst Verhärtungen auf –     Merkur – flinker Gott mit geflügelten Schuhen, Meister der Säfte und des Fließens.

Gegen Antriebsschwäche und Lustlosigkeit:

Brotaufstrich: 2 Handvoll Giersch, 1 Zwiebel, 2-3 EL Öl, Pfeffer, Salz – Giersch klein     schneiden, Zwiebeln würfeln in Öl anbraten, Giersch hinzu fügen, würzen, mit Wasser     ablöschen, 3 Min. dünsten lassen ( kleine Stufe) , mit Pürierstab zu Paste verkleinern.

Giersch vitamin- und mineralstoffreich: entsäuert, entwässert, stärkt das Bindegewebe, hilft     Giftstoffe aus zu schwemmen. Ein wahres Kraftpaket!!! Knackig frisch!!!

Dreierregel beim Sammeln: Stängel – 3 Kanten, Blätter in 3er Kombi.



Noch mal - Vogelmiere – Stellaria Media – Nelkengewächs


Kann das ganze Jahr über geerntet werden.

Sehr reich an Mineralien. Doppelt so viel Kalzium, 3mal soviel Kalium und Magnesium und sogar 7mal soviel Eisen wie ein Kopfsalat. Dazu noch Vitamin A und C.


Heilanwendung: Asthma, Husten, Lungenstärkung, Fieber, Hautkrankheiten.


Im Winter sind vieler ihrer heilkräftigen Stoffe deutlich konzentrierter. Sie trotzt dem Frost!


Zeigerpflanze für fruchtbaren, lockeren Boden.

Blütenform – Sternchen = Sternenkinder.

Wuchsform niederliegend, ineinander verschlungen wachsend, wie teppichartiger Rasen!!


Anderer Name Hühnerdarm: reißt man die Stängel vorsichtig auseinander bleiben die Leitbündel als langer darmähnlicher Strang stehen.


Runder Stängel einreihig behaart. Blätter stehen paarweise gegenüber,.

Wetteranzeiger: bei Regen bleiben die Blüten geschlossen.

Blütenblätter am Ansatz tief eingeschnitten. Blüten nur selten von Insekten angeflogen, Vermehrung meistens durch Selbstbestäubung. Es bilden sich Kapseln mit kleinen rotbraunen Samen (bis zu 15.000 an einer Pflanze.) die Samen sind bis zu 60 Jahre eimfähig.

Es zeigt sich die unbändige Lebenskraft der zarten, zerbrechlichen Pflanze.


Die fleischigen Blätter erinnern geschmacklich an Maiskölbchen.


Heilwirkung: antviral, blutdrucksenkend, cholesterinsenkend ( schlechtes LDL-Cholesterin) , entgiftend, entzündungshemmend, schleimlösend, stoffwechselanregend.

Appetitzügler: Behandlung von Übergewicht


Für die Haut: bei äußerlichen Anwendungen bei Hautausschlägen, Entzündungen, Insektenstichen. Saft aus Blättern pressen, Juckreiz und Schmerz wird gemildert.


Seine Mineralien, Vitamine und Saponine reinigen den Körper, entschlacken die Lymphe, regen die Nierentätigkeit an und lösen den zähen Schleim der Atemwege.


REZEPTE

Vogelmiere nur frisch verwenden.

Frischpflanzen-Tinktur: frische Pflanzenteile im Mörser zerkleinern, Pflanzenbrei in Deckelglas, Alkohol aufschütten ( 1/3 + 2/3 ) - 1 Woche Ausziehzeit – abseihen, bis zu 3 Jahren haltbar, täglich 10-15 Tropfen einnehmen.